Volunteer im Hostel – Was macht man da und wie wird man das?

Die wohl meist gestellte Frage, seit ich in L.A. war – Wie wird man eigentlich Volunteer und,… was genau ist das eigentlich??? Kurz gesagt: Volunteering ist die wohl BESTE Möglichkeit um günstig zu reisen. Warum? Weil man gegen ein paar Stunden Arbeit pro Woche eine Unterkunft bekommt – mindestens. Meistens bieten die Hostels aber sogar mehr.

In meinem Fall war das zum Beispiel:

  • Unterkunft
  • Frühstück
  • 3x die Woche grillen
  • 1x die Woche Sandwiches
  • free beer
  • 2x die Woche freier Eintritt in Clubs
  • gratis Touristen-Führungen zB. Hollywoodsign Tour, Beverly Hills Tour etc.
  • gratis Wäsche waschen
  • Basic-Nahrungsmittel wie Brot, Obst, Aufstriche, Müsli & Co.
  • 24/7 Kaffee, Tee und gefiltertes Wasser
  • 2 gratis Nächte in einem Hostel in San Francisco, San Diego oder Ocen Beach (und ich bekam sogar 4 von meinem Chef haha, als Trost für den Hurricane in Miami 😀 )

Also eine ganze Menge. Grundsätzlich hätte ich somit eigentlich so gut wie gar kein Geld in Los Angeles gebraucht (bis auf den Flug natürlich) – hab ich leider aber trotzdem haha. Vor allem für Dinge wie Uber, Snacks oder guten Kaffee haha. Und Kino – denn wenn man schon in Hollywood ist, muss man schon das ein oder andere Mal ins Kino gehen finde ich 😛 – und das ist dort nicht ganz billig.

Wenn man sich den Wert der Dinge ausrechnet, die ich bekommen habe, übersteigt dieser deutlich den Lohn, welchen ich für meine Arbeit dort bekommen hätte.

Wieviel muss man eigentlich arbeiten?
Ich hatte vier 5-Stunden Dienste pro Woche und jeder Volunteer musste zusätzlich eine Tour für die Gäste leiten. Meine Tour war die Runyon Canoyn Hiking Tour, welche ich jeden Mittwoch und Sonntag Morgen führen musste. Anfangs habe ich die Tour GEHASST! 😀
Erstens bin ich Langschläfer, zweitens war es immer mega heiß und drittens bin (oder war?) ich der unsportlichste Mensch everrrrr.
Und dann noch jedes Mal neue Leute, um die 10-20, die man motivieren, unterhalten und informieren musste – MORGENS!
Anfangs eine Horror-Vorstellung, aber ich sah es als Herausforderung, und ich muss sagen: nach den ersten 2 Wochen fing ich an die Tour zu LIEBEN!

meine erste eigene, kleine Hiking-Gruppe 🙂

Ich fand immer mehr Pluspunkte an der Tour und ich merkte, wie gut sie mir tat.
Es ist mega heiß? Na und, wenigstens werde ich braun 😀
Es sind jedes Mal sau viele neue Leute auf einmal? Ja perfekt, bei den Touren habe ich schließlich die meisten Leute kennengelernt – wir sind oft danach noch gemeinsam essen gegangen oder haben uns für den Abend verabredet. Früh aufstehen? Wenigstens bin ich dann schon früh mit der Arbeit fertig und hab den restlichen Tag Freizeit.
Sport? Ja ehhh nice!

Was muss man so machen?
Also in meinem Hostel in LA war es so, dass es grundsätzlich neben den Touren zwei verschiedene Positionen für Volunteers gab – Housekeeper und Host. Bei beiden war es die Aufgabe, full-time-staff (bezahlte Mitarbeiter) zu unterstützen. Als Housekeeper unterstütze man die full-time Housekeeper, als Host unterstütze man die Rezeptionisten.

Die ersten paar Tage war ich als Housekeeper eingeteilt – ich musste also:

  • beim Frühstück helfen (zum Beispiel Dinge wie Brot oder Obst nachfüllen)
  • sobald das Frühstücksbuffet aus war musste ich die Dinge, die übergeblieben sind, verpacken und zurückräumen und die Küche grob putzen
  • wenn die Küche erledigt war, musste ich meistens noch ein Zimmer für die neuen Gäste vorbereiten, also Betten überziehen, Duschgel & Seife nachfüllen, Spiegel putzen etc.

Nach circa einer Woche wurde ich dann für eine Schicht als „Host“ eingeteilt, und es war so so so viel chilliger haha. Ich bekam ein „Walkie Talkie“ und sobald mich jemand von der Rezeption „anrief“, musste ich kommen um zum Beispiel die neuen Gäste durchs Hostel zu führen und sie zum Zimmer zu begleiten, Gäste die sich ausgesperrt haben ins Zimmer zu lassen oder andere Kleinigkeiten.

Das Beste? Je nach Schicht (Früh-, Nachmittag-, Abendschicht) kam das manchmal stundenlang nicht vor und in der Zeit durfte ich machen was ich will hehe. Also bin ich meistens draußen gesessen mit den Gästen, hab im Hostel gefeiert, Naps gemacht haha, gekocht, getrunken whatever – and that was called „work“ 😀

„working“

Die erste Woche als Housekeeper war schon eher anstrengend um ehrlich zu sein haha, war halt „richtiges arbeiten“.
Nach der ersten Woche wurde ich aber NUR mehr für die Host-Schichten eingeteilt, da mein Chef meinte, dass er für den Kontakt mit Gästen jemand braucht der gut Englisch kann haha. Und das war das Beste was mir dort passieren konnte hahah

(bin jetzt nicht überdurchschnittlich gut in Englisch im Vergleich zu anderen Ösis haha, aber da viele Volunteers aus Ländern waren, in denen vergleichsweise nicht so gut Englisch gesprochen wird wie zB. Brasilien oder Japan, hatte ich einen kleinen Vorteil 😀 )

Wie wird man Volunteer?
sehr, sehr viele Hostels bieten Work-Exchange an. Ich bin darauf aufmerksam geworden, weil ich im Februar letztes Jahr schon in dem Hostel war, allerdings als Gast, und einen Volunteer kennengelernt habe. Dieser hat mir davon erzählt und es klang SO nice haha, deshalb war für mich schnell klar, dass ich das im Sommer auch machen möchte.
Deswegen habe ich mit dem Manager gesprochen, und schnell war alles fixiert. Ich musste nur ein paar Fragen wie „How long are you planning to stay“ oder „Rate your beerpong skills from 0-10“ per Mail beantworten, und fertig.

Also am besten einfach eine Mail an das Hostel deiner Wahl schreiben und fragen, ob sie denn „Work-Exchange“ anbieten oder „Volunteers“ aufnehmen 🙂 Fragen kostet nichts und es machen echt fast alle Hostels, vor allem in Südamerika oder Australien 🙂 Btw: meistens muss man mindestens 1 Monat dort bleiben.

Wie vereinbart kam ich dann am 27. Juli an, wurde in einen normalen Dorm gebracht (6-Bett-Zimmer) und bekam gleich mal 4 Tage frei fürs Jetlag überwinden haha. Am Tag nach meiner Ankunft hatte ich ein Gespräch mit dem Manager, der mir alles rund um Dienstplan, Aufgaben und Regeln erklärte.

Nach ungefähr 5 oder 6 Tagen wurde ich dann in den Staff-Room verlegt, ein 8-Bett-Zimmer mit den ganzen anderen Volunteers. Kein Luxus, aber vollkommen ausreichend! Jeder hatte sein Bett (Stockbett), 2 Laden in der typischen Ikea-Kommode und eine kleine Box im Bad. Da ich sowieso nur mit Handgepäck gereist bin, konnte ich eh nicht einmal die 2 Laden füllen hahah, also für mich hats locker ausgereicht 🙂

Alles in allem kann ich sagen, dass die rund 7 Wochen in dem Hostel MEGA GEIL waren und ich würds jedem weiter empfehlen der kein Problem damit hat, mit anderen, fremden Leuten in einem Raum zu schlafen. Der kein Problem damit hat, ständig Leute um sich zu haben und vor allem, ständig NEUE Leute um sich zu haben. Und der kein Problem damit hat, auch mal (sorry für den Ausdruck) „a scheiß hockn“ machen zu müssen, wie Bäder & Klo’s zu putzen (musste ich die ersten paar Tage haha).

Für mich persönlich wars eine richtig coole Erfahrung – ich hab so viele Menschen von überall aus der Welt kennengelernt und meine Sicht auf manche Dinge haben sich stark verändert – ins positive, wie ich finde.

Zitat von meinem Diary vom 5. August:
„it’s been only 10 days since I left Vienna, and it already feels like months. I experienced more in 10 days here than in one year at home haha. I am sharing my room with 7 other people, I am only having 6 shirts and 2 shorts with me, not wearing make-up AT ALL and I have to do a shitty job, … and still: I am the happiest person ever, even without my own room and tons of clothes. These days I am realizing what really makes me happy, and it’s not things – for sure.“

Wenn du auch irgendwelche Erfahrungen mit „Volunteering im Hostel“ hast, feel free to share them with me hehe

-leni

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Ich bin Leni und eine "ganz normale Studentin" aus Wien. Eine ganz normale Studentin mit einer Vorliebe für Naps, Burger und Reisen :)

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